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- SPIELBANK STUTTGART , von C. CRUKK
Nach langjährigem Genehmigungsverfahren mit Für und Wider, wurde im Jahr 1996 die Spielbank Stuttgart im Stadtteil Möhringen eröffnet.
Irgendwie erhitzten sich über Projekt und Standort die Gemüter besonders. Letztendlich setzten sich die Fürsprecher aber durch und den vielen Spielbegeisterten der Region bleiben nun lange Wege zur nächsten Spielbank erspart.
Meiner Meinung nach war der Spielstandort Stuttgart längst überfällig. Die Württemberger sind halt ein Volk der Genauigkeit, machen eher langsamer, dafür besser.
Betrachtet man objektiv den gesamten Komplex, in dem die Spielbank eingebettet ist, so kann man sagen, dass dieser bundesweit seinesgleichen sucht.
Die Unterhaltungsmöglichkeiten im gehobenen aber auch bürgerlichem Genre, sind so vielschichtig, dass ein längerer Urlaub möglich wäre, ohne die Außenwelt zu missen.
Ich erreiche die Spielbank über die A 8, nehme die Ausfahrt Möglingen und sehe bereits hier Wegweiser. Diese lotsen mich direkt in das große Parkhaus.
Zwischenzeitlich war ich bereits öfters in der Spielbank und konnte feststellen, dass es selbst in Zeiten des Hochbetriebes keine Parkplatzsorgen gibt. Allen Besuchern rate ich aber dringendst sich den Standort ihres Fahrzeuges genau zu merken, da sie nun eine andere Welt betreten, die es in dieser Art wirklich selten gibt. Beim ersten Male hatte ich tatsächlich große Probleme mein Fahrzeug wieder zu finden. Zu vielschichtige Ereignisse auf dem Weg in die Spielbank und wieder zurück erlebte ich.
Auf dem Fußweg, der etwa 5 Minuten dauert, komme ich an zahlreichen Geschäften und Gastronomien vorbei von verlockendster Art. Die Bewirtungen finden auch außerhalb der Gaststätten statt und bei dem "Bayerischen Lokal" mit deftigen Speisen und selbst gebrautem Bier, bekomme ich den Eindruck direkt in München zu sein.
Überall strömt mir eine heitere Atmosphäre entgegen. Links, auf dem Weg zum Spiel unterhält ein Zauberkünstler die Zuschauer und verkauft kleine Zauberartikel. Meter um Meter Schaufenster. Die Rolltreppe hoch erwartet mich die Stella Music Hall, nach deren Namen auch das Center getauft wurde, nämlich Stella Erlebnis-Center.
Hier wurden und werden die Hits der Musicals aufgeführt wie "Die Schöne und das Biest" und der "Tanz der Vampire". Anscheinend haben sich auch die finanziellen Probleme des Konzerns erledigt, denn ich konnte vernehmen, dass die Vorstellungen wieder sehr gut besucht sind.
Hier vorbei, sehe ich weiterhin ein Geschäft nach dem anderen und sogar einen "Irish Pub" mit Live-Musik. Dann stoße ich bereits auf das Spielkasino mit den Räumlichkeiten des "kleinen Spiels".
Das Große und Kleine Spiel sind räumlich getrennt und liegen ca. 30 Meter auseinander.
Beim Betreten des kleinen Spiels strömt mir nahezu eine Las Vegas-Atmosphäre entgegen.
Eine Bar mit sämtlichen Drinks und Cocktails a la "was das Herz begehrt" lädt mich gleich zu einem Drink ein. Ich persönlich habe für diese Art von Spiel nichts übrig, meine aber, dass hier das Paradies der Automatenspieler sein muss. Die modernsten Geräte in allen nur verfügbaren Variationen stehen in guter Anordnung zum Spiel bereit.
Der Spielbetrieb wird absolut professionell geleitet. Sehr freundlich aber bestimmt wird jegliche Störung unterbunden. Jeder Spieler der seine Ruhe haben will, bei gleichzeitig größter Automatenpalette, dürfte kaum in einer anderen deutschen Spielbank so auf seine Kosten kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 250 Automaten sind es, deren Spezifikation a` Detail im Prospekt ersichtlich sind und ich im einzelnen nicht anführen könnte.
Legere Kleidung ist erlaubt, entgegen den Einlassbedingungen zum Großen Spiel.
Interessant war für mich noch festzustellen, dass bereits mit Einsätzen ab einer 1.- DM gespielt werden kann. Den Rauchabzug und die Belüftung möchte ich noch besonders hervorheben, da ich diesbezüglich speziell in den kleinen Spielsälen schon Katastrophales erlebte. Garantiert fühlt sich auch der Nichtraucher in der Stuttgarter Spielbank wohl.
Ich verlasse das kleine Spiel und suche den großen Spielsaal. Dazu muß ich raus aus dem Komplex und an die frische Luft. Etwa 30 Meter weiter befindet sich bereits der Eingang.
Linker Hand des Eingangs können Feinschmecker im Bistro ECCO wahrlich gourmenthafte Speisen zu sich nehmen. Wieso gerade die Bezeichnung Bistro gewählt wurde ist mir etwas unklar, da sich hier preisgekrönte Köche sozusagen die Löffel reichen. Meines Wissens wurde das Restaurant sogar als eines der besten gehobenen Restaurants in und um Stuttgart ausgezeichnet. Egal wie es auch ist, ein Besuch lohnt sich.
Ich löse die Eintrittskarte und kann mir bereits am Eingang aktuelle Permanenzen ausdrucken lassen. Es ist Samstag Abend, 19 Uhr und schon viel Betrieb. Der Spielraum macht auf mich einen etwas dunklen Eindruck. Nachdem ich jede Ecke "besuchte" stelle ich fest, dass es an natürlichen Lichtquellen fehlt. Insofern wird es tagsüber kaum anders sein.
Verbissene und ernsthafte Systemeschreiber und Spieler werden sich hier kaum wohlfühlen. Lediglich 2 kleine Tische direkt am Eingang nahm ich wahr und eine Couch mit kleinerem Schreibtisch neben dem 5er-Roulette. Die Tische sind so klein, daß ein konzentriertes Arbeiten kaum möglich sein dürfte. Ausweg bietet eventuell das integrierte Imbissabteil. Allerdings mit dem Nachteil, dass eventuell weite Wege gegangen werden müssen um seinen Idealtisch zu bespielen. Die "Rund-Um-Theke" wiederum bietet beste Bewirtung mit ebenso köstlichen kleineren Speisen.
Während meines Aufenthaltes konnte ich kleinere Streitsätze erleben, welche jedoch schon im Ansatz unterbunden und auf leisester Ebene diskutiert wurden. Die Croupiers sowie das Aufsichtspersonal sind bestens ausgebildet und beherrschen ihr Metier. Auch halten hier in Stuttgart immer mehr weibliche Croupiers Einzug, sowohl im Roulette als auch beim Black Jack.
Meinem Eindruck nach erfreuen sich die Tische mit den kleinsten Jetonmöglichkeiten größter Beliebtheit. Ich habe selten in einem Casino so einen Andrang erlebt. Um 20 Uhr wird das Minimum aber auf 10er Stückgröße erhöht. Darauf hin leert sich der Tisch und ich habe das Gefühl, dass diese Regulierung sehr gezielt erfolgt, da sich bei Hochbetrieb die Spieler sonst kaum noch bewegen könnten und das Personal durchdrehen würde.
Bezüglich Black Jack möchte ich lediglich erwähnen, dass sich einige Spieler beschwerten da sie keinen Platz mehr erhielten. Angeblich hatten sie sich sogar angemeldet. Obwohl das Casino über 5 Black Jack-Tische verfügt und die Nachfrage groß war, wurde kein neuer Tisch aufgemacht.
Für Roulette stehen Quicktable-Tische zur Verfügung, die je nach Andrang eröffnet werden.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass Stuttgart eine Spitzenposition in puncto Erlebniskultur hat und mit sehr gutem Personal belegt ist. Der Spielbetrieb als solches ist professionell geführt mit gebührender Freundlichkeit aber auch Distanz, wie es sich für gute Häuser nun mal gehört.
Als "Schreiber" würde ich Stuttgart aus den genannten Gründen eher meiden, außer es besteht eine gewisse Kompromissbereitschaft.
Die Räumlichkeiten sind für meine Beurteilung Mittelmaß, was aber letztendlich Geschmackssache bleibt. Das Foyer mit Kunstausstellung hinterlässt einen guten Eindruck.
Die spielende Gesellschaft mischt sich aus zahlreichen Nationen, wobei ich meine, relativ viel italienische Gäste bemerkt zu haben.
Beim Verlassen des Casinos stelle ich noch erleichtert fest, dass auch der Sanitärbereich pico bello ist.
Obwohl ich schon öfters hier war, habe ich Mühe meinen Parkplatz wieder zu finden. Es handelt sich hier nicht nur um einen Komplex, sondern tatsächlich um eine sehr belebte Stadt mit einer Menge von Menschen. Noch gegen 23 Uhr herrscht ein Umtrieb wie selten erlebt.
Alles ist gut organisiert - zahlreiche Parkautomaten erleichtern die Gebührenzahlung.
Ob die Spielbank Stuttgart eine Reise wert ist ?
Auf jeden Fall und unbedingt. Rechnen Sie aber mit ein paar Kosten mehr, denn allen Versuchungen kann man nicht widerstehen.
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