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06 -2001
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SPIELERTYPEN .
Interessant ist es dem Spiel im Kasino einfach nur mal zuzusehen. Losgelöst vom Spiel erhält man dann oft ganz andere Einblicke. Achten Sie einmal auf die Haltung der Spieler, während die Kugel im Kessel rollt und sich ihrem Nummernfach nähert: unbeschreiblich, es ist ein Bild, dem die Zeit fehlt. Oder auf die Menge von Jetons, die nach jedem Spiel abgeräumt werden - oftmals richtige Haufen, Dagobert und die Bank werden Tag für Tag reicher! Verbunden mit viel Schwerstarbeit für die Croupiers, vorgetragen mit Leichtigkeit und manchmal sogar mit Witz - da macht Spielen Spaß! Besonders aber sollte man sein Augenmerk auf das Spielverhalten einzelner Spieler richten, denn so unmittelbar lernt man nur im Kasino. Hier nun einige Beschreibungen von typischen Verhaltensweisen, wie sie in jedem Kasino anzutreffen sind. DER FIXIERTE : Er spielte den ganzen Abend ohne ersichtlichen Grund die 23 und verlor dabei ca. 100.000.-DM. Seine (richtige) Annahme, irgendwann müsse diese Zahl ja kommen, erfüllte sich erst, nachdem er alles verspielt hatte. Danach kam sie gleich mehrmals. DER KOPFLOSE MIT DEM RING IM OHR : Vielleicht, weil er etwas "Besseres" sein wollte oder meinte es zu sein, spielte er immer genau das Gegenteil von dem, was kam, zwanghaft - einem inneren Plan folgend. Spielnotizen, wozu - das ist etwas für die Anderen. Seine Bemerkung nach vielen Nichttreffern: "der hätte beinahe getroffen" hörte sich an wie eine Rechtfertigung und offenbarte, dass es ihm eigentlich nur um Bestätigung ging. Aber was sollte da am Roulettetisch bestätigt werden? Dass er kein Verlierer ist?! Die Tausender flatterten nur so auf den Tisch ihrer Vernichtung entgegen. Gelegentliche Treffer am Rande gab es, aber das reichte nicht. Nach einer knappen Stunde kam das "Aus". So ein Spiel muss man mit eigenen Augen gesehen haben, sonst glaubt man es nicht ! DER EINFACH BELESENE : Der zierliche ältere Herr, vorsichtig am Kopfende des Roulettetisches auf- und abgehend, spielte nur SCHWARZ / ROT. Zu Spielbeginn legte er 2 Stücke á 500.-DM auf die zuletzt erschienene Chance. Er machte sich keine Spielnotizen, denn sein Spiel war überschaubar und einfach, die Permanenzanzeige am Tisch reichte ihm völlig aus. Er hatte Glück und kam auf eine schöne Serientendenz. Mit einer leichten Gewinnprogression , 2/2 - 3/3 - 5/5 - 7/7 usw. , lag er bald trefflich im Plus. Dem Anschein nach wirkte er nicht wie ein gewöhnlicher Spieler, eher wie jemand der belesen war und Verstand hatte. In seinem Spiel setzte er einfaches Wissen nur gezielt um. Ein wenig Unsicherheit gab es, als die Zero ausgespielt und sein Satz auf Rot gesperrt wurde. Nach Rücksprache mit dem Croupier erinnerte er sich aber wieder an diese Regelung und setzte Rot nicht nach. DER GENERALSTÄBLER : Weit vom Tisch entfernt, in der Tiefe des Kasinos sitzend, mit Formularen in der Größe von Wahlbögen, spielte er sein System. Vom Einsatz zurückeilend zum "Stabstisch" zischte er mehrmals vernehmlich in sich hinein "Nein-Nein-Nein". Am Stabstisch(chen) unterstreicht er seine Äußerung mit mehrmaligem Schlag des Handballens auf sein Formular. Unwillkürlich, und ohne es zu wollen oder gemein zu sein, überkommt einen Heiterkeit, man muss fast lachen. Man kennt die Situation nur zu gut: er spielt den Gegenlauf, jedes starre System hat ihn - unausweichlich! Anstelle diese Zwangsläufigkeit zu nutzen und mit Intelligenz und Mut zu reagieren, wird mit Starrsinn weitergespielt. So wurden und werden Schlachten verloren - auch im Kasino! DER DURCHSTEHER : Er spielte gut und dizipliniert, aber hier kämpfte er gegen Windmühlen und das sah man ihm an. Seit etwa 3 Stunden beackerte er die Einfachen Chancen, aber so richtig wollte nichts laufen. Auf Impair gab es eine Vierer-Serie, ansonsten drei Rotationen Hackerkram, das ist wirklich selten! Am Tisch wurde nur noch sporadisch gespielt, auch hatten schon viele den Tisch gewechselt, offenbar weil auch bei den Höheren Chancen nichts zustande kam. Doch er blieb! Er hatte sein Spiel angepasst, kleinste Stückgröße, eine moderate Abstrichprogression, auch spielte er nur noch Manque. Die Wurfcroupiers hatten ihren Spaß und schickten die Kugel immer recht scharf in den Kessel, kräftig geschleudert, so als sollten Spiel und Spieler vernichtet werden, brummte sie dröhnend ihre Runden, um dann holpernd und polternd ins Fach zu fallen. DER ALLES NICHTS SPIELER : Er saß an einem der kleinen Notiertischchen und beobachtete schon seit Stunden - mehr oder weniger angespannt - die Permanenzanzeige von Tisch 2. Der Eindruck, dass er gedanklich Schwarz / Rot mitspielt und auf ein Figurensignal wartet, bestätigte sich. Nach fünf intermittierenden Zweierserien kam die 4 - Schwarz. Mit Maximum DM 7000.- setzte er nun Schwarz und spielte auf die sechste Zweierserie. Es kam die 21 - Rot. Erneut setzte er Maximum Schwarz, wenn auch in gestückelten Größen. Er hatte Pech, es kam die 27, danach die 7. Mangels Masse blieb ihm dieser weitere Verlust jedoch erspart.
DIE SIEGERTYPEN : Frisch von der Sonne Kaliforniens gebräunt und vielleicht gerade dem Traumschiff entsprungen, insgesamt aber jugendlich unrasiert, bespielten sie mehrere Tische gleichzeitig. Am französischem Tisch wurde amerikanisch gespielt, soll heißen: das Duell mit dem Zufall ist nur breitbeinig - Aug in Aug mit der Permanenzanzeige - und aus der Hüfte heraus zu gewinnen. Recht so, wenn man sich im richtigen Film befindet oder das Leben Kintopp ist. Mehr gedankliche Action und viele: "Das ist mein letzter Jeton", wird es da wohl noch geben, um den feinen Unterschied zwischen "Gewinnen wollen" und "Gewinnen" herauszufinden. Aber was soll´s, ihren Spaß hatten sie ! LIEBE LESERINNEN UND LESER , ab dem 15.07.2001 erscheint das CASINO magazin nur noch im Abonnement. Mit einem erweiterten Angebot von Fachbeiträgen, konkreten Spielhilfen, Insidertipps und Berichten aus der Welt des Casinospiels, werden wir Sie ausführlich und aktuell informieren. Das Jahres-Abonnement mit 12 Ausgaben kostet 60.-DM. Es würde uns freuen, wenn Sie auch weiterhin unserer geschätzten Leserschaft angehören würden. Zugang zum neuen Archiv erhalten Sie durch Eingabe des Namens und Ihrem persönlichen Kennwort, das Ihnen nach Bestellung zugeteilt wird. Bis bald, Ihr CASINOmagazin - Team. CASINO-Magazin 15.06.2001 |
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