11 -2000
DAS SEPPLHOSEN-PAROLI-SPIEL , von CHARLY GRUKK .

Oftmals beinhalten lustig bezeichnete Spielsysteme unerwartet hohe Gewinnchancen. So ist es auf jeden Fall mit dem Sepplhosen-Paroli-Spiel. Seit dreißig Jahren beschäftige ich mich mit der Roulette und war 5 Jahre als Berufsspieler unterwegs. Hauptsächlich in den deutschen und österreichischen Kasinos.

Eine Route führte mich zu Beginn meiner beruflichen Spieltätigkeit u.a. nach Velden am Wörthersee in Österreich. Eine nahezu einmalig schöne Gegend. Es passt sozusagen alles. Das Ambiente im Kasino ist zur Urlaubszeit – Sommer wie Winter - kaum zu übertreffen.
Der Spieler hat genügend Zeit sich in einem angenehmen Umfeld auf die Strapazen am Tisch vorzubereiten. Wie gesagt, befand ich mich am Anfang.

Drei Tage spielte ich zunächst sehr konzentriert durch. Das gleichzeitige Spiel auf Dutzend und Kolonne erbrachte täglichen Zuwachs. Natürlich schön, bereits zum Start erfolgreich zu sein.
Der Erfolg birgt allerdings den Nachteil in sich überheblich zu werden, ja sogar sich selbst, als unfehlbar oder unschlagbar zu halten.
Das Hotel, in dem ich wohnte war first class. Es bot auch des Nachts angenehme Unterhaltung. Je später, desto schöner die Gäste. Viele Spieler strömten noch gegen 2 Uhr herein. Sie diskutierten mal heftiger mal weniger. Wie es halt so ist, wenn der Tag Erfolg oder Mißerfolg erbringt.
Ich setzte mich zu drei Kollegen und der Erfahrungsaustausch dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Die Getränke wurden im Laufe der geistreichen Unterhaltung immer konzentrierter. Der Schlaf war ein einziges Karussell. Wieder einmal ließ ich mich persönlich treiben, entgegen aller Grundregeln mit mir selbst.

Am nächsten Tag machte ich mir schwere Vorwürfe. Um mit mir selbst klar zu kommen, meinte ich, wenigstens um 15 Uhr gleich das Spiel aufnehmen zu müssen, damit die Disziplinlosigkeit der letzten Nacht vergessen gemacht werden konnte. Als verantwortungsvoller Spieler steht man stets im Zwiespalt mit sich selbst. Ich hörte dieses Argument ebenso von anderen und durchaus ernst zu nehmenden Kollegen. Disziplin, Disziplin, Disziplin! Wie oft hämmerte ich mir diesen Grundsatz ein.
Jetzt stand ich um 15 Uhr am Tisch, notierte die Zahlen, versuchte das Spiel zu entschlüsseln und hatte eine furchtbar dicke Birne. Der Orangensaft half nichts. Alka Seltzer, nebenbei verabreicht, brachten ebenso wenig den gewünschten Erfolg.

So kam es wie es kommen mußte. Egal, wie ich mich wehrte und was ich versuchte, die Stücke gingen dahin. Mein Tageskapital war um 18 Uhr weg. Depressionen traten ein. Zuerst himmelhoch jauchzend, nun zu Tode betrübt. Unsicherheit machte sich breit.
Ok, der Gewinn aus den vergangenen drei Tagen war nicht ganz verbraucht. Ich reise aber nicht in der Gegend herum nur des Reisens oder Spielens willen. Erfolg braucht der Mensch!
Um 19 Uhr entschied ich mich nochmals anzugreifen. Es ging mir auch besser. Den restlichen mühselig erarbeiteten Gewinn ließ ich in Jetons eintauschen und begann. Ich versuchte ein Plein-Tendenzpiel auf den vorherrschenden Finals. Gegen 21 Uhr war Ebbe.

Total erschlagen, stinksauer mit mir selber, ging ich zum Großangriff über. Mein Reise- und Spielkapital war für ein ganzes Jahr ausgelegt. Für die normalen Spieler schon eher üppig. Unterkapitalisiert konnte man mich nicht bezeichnen.
Der Kassierer zog beim Umwechseln in Jetons beachtlich die Augenbrauen hoch. Dies war die letzte Reaktion, die ich von ihm sah. Zum Umtausch kam ich nicht mehr.
Plein a Maximum, die einfachen Chancen gleich analog entsprechend dazu. Der aufgestaute Jähzorn entlud sich im Spiel. Mal hin, mal her, allerdings mehr hin als her. Um 1 Uhr mußte ich persönlich den Konkurs erklären. Pleite !
Ein paar Schilling befanden sich vom Vorabend noch in der rechten Hosentasche. Für zwei Gläser Wein reichte es. Was dann? Die Hotelrechnung stand offen. Kreditkarten waren zu der damaligen Zeit selten. Ich hatte auf jeden Fall keine. Anrufen zu Hause? Diese Schande konnte ich weder mir noch einem meiner Familie antun.

In der Fremde und dann pleite. Einen schlimmeren Zustand kann der zivilisierte Mensch wohl kaum erleben. Dem Kellner war dieses Mal kein üppiges Trinkgeld vergönnt. Das empfand er irgendwie als normal. Sicherlich lernte er schon tausende von Spieler in seinem Leben kennen und wußte der manchmal eintretenden sensiblen Umstände. Trotzdem wünschte er freundlich eine gute Nacht, welche es natürlich nie werden konnte.
Ich schlich mich vorsorglich bereits um 8 Uhr aus dem Hotel. Mit Schlaf wurde es ja sowieso nichts. Vielleicht ergab sich ein zündender Einfall beim Spaziergang.
Gedanken über Gedanken brachten mich instinktiv auf den Rummelplatz. Er war um diese Uhrzeit natürlich fast menschenleer. Ein großes Fest mußte es sein. Schaubühne über Schaubühne. Ein Karussell neben dem anderen. Schießbuden, Imbisstände, Zelte mit Bier- und Weinausschank. Sicher ein wunderbares Festchen, wenn man Geld hat.
Geld - Geld - Geld. Geld regiert die Welt. Vielleicht ist Geld nicht alles, aber ohne, ist alles nichts. Das war eindeutig und intensiv zu spüren. Ohne Moos nichts los. Die innerliche Verzweiflung nach dem rettenden Gedanken ließ die Zeit vergehen.

An der stets zunehmenden Menschenmenge konnte ich erkennen, daß es schon über die Mittagszeit sein mußte. Meine Uhr vergaß ich in der Aufregung im Hotel. Da fiel mir ein: Kann ich die versetzen? Sehr wahrscheinlich gibt’s doch hier irgendwo ein Pfandhaus! Der rettende Gedanke? Nein, nein, nein. Meine recht wertvolle Uhr ließ ich vorsorglich daheim.
Wegen Diebstahl und so. Also, keine Rettung!

Wunderbares Wetter schürte noch die totale Verzweiflung. Gedankenverloren irrte ich umher und blieb an einer Schaustellerbude stehen. Hier mußte etwas passiert sein. Der Krankenwagen stand da. Sanitäter bemühten sich den am Boden Liegenden auf die Trage zu hieven. Eine Frau kniete daneben. Sie weinte herzzerbrechend. Die war genau so verzweifelt wie ich. Vielleicht sogar verzweifelter. Irgendwie tröstete mich dieser Umstand. Einen Menschen zu sehen, dem es ebenfalls schlecht ging.
Der Kranke wurde in den Krankenwagen verbracht und die Sanitäter fuhren los. Ich ging zu der Frau. Unglückliche ziehen sich an. Die Situation lenkte mich von den eigenen Depressionen ab. Allerdings konnte ich nicht mit so einer Reaktion rechnen. Sie sah in mir einen Rettungsanker. Ungefähr wie ein Schiffbrüchiger auf hoher See der plötzlich wenigstens einen Baumstamm erblickt. Das Weinen lichtete sich in geschäftliches Lachen und sie war bestrebt mich in ihre Schaubude zu bugsieren.
Sie kamen mit ihrem Kleinstzirkus aus Augsburg hierher und zogen von Fest zu Fest mit ihren Darbietungen. Ihr Mann brach urplötzlich zusammen und befand sich jetzt im Krankenhaus.

Ich dachte sofort daran, daß er vielleicht auch im Kasino war und es ihm so erging wie mir.
Da ist es kein Wunder, wenn plötzlich ein kolossaler Schwächeanfall auftritt. Manche gaben da schon ganz den Löffel ab. Ihr Mann war aber der Conferencier. Ohne ihn ging nichts. Er zog mit dem Mikro und seinen Sprüchen die Massen an. Es war ja ein Massengeschäft. 50 Schilling kostete der Eintritt. Da mußten täglich schon viele kommen, damit es sich rentierte.
Sie ließ nicht locker. Ich war ihre Hoffnung. Sie sah auch verweint sehr gut aus. Egal, was sie von mir wollte, lange werde ich nicht widerstehen können. Zudem befand ich mich im stieren Zustand.
Klar wurde sofort: Ich sollte der neue Conferencier werden, quasi ihren Mann diesbezüglich ersetzen.
Allein der Gedanke daran erzeugte Schauer in mir. Ich hatte schon als Musiker Probleme mit den Auftritten vor allzu viel Menschen. Hier sind es gleich Tausende, die vor der Bude zuhören und mich sicherlich blöd anglotzen. Die Dame bemerkte meine Zweifel und legte mir sofort den Text vor. Nur keine Zeit verlieren. Mir wurde klar, daß ich chancenlos bin. Eher breche ich halt da draußen auch zusammen, bevor ich zu ihr Nein sage. Bei meinem derzeitigen Pech wird mir garantiert gleich der Sarg beschieden sein. Und sie legte mir diesen Sprechtext vor:

LADIES AND GENTLEMEN

erleben sie hier die Attraktion von Europa.
Roswitha, die Dame mit den 2 Köpfen.
Ganz hier in der Nähe geboren.
Ihr Vater war ein ehrbarer Schuhmachermeister.
Ihre anderen Geschwister sind alle normal.
Welch Laune der Natur brachte dieses arme Geschöpf zu Tage.
Die Mutter ist noch heute verzweifelt.
Mediziner stehen vor einem Rätsel und sie geben ihr Bestes,
um Roswitha am Leben zu halten.
Schauen Sie sich in unserer Vorstellung den furchtbar komplizierten
Überlebenskessel an, in dem sich Roswitha befindet.
Stets schauen sich die 2 Köpfe selbst an und wissen nicht,
wie es weitergehen soll. Werden sie morgen noch am Leben sein?
Diese Frage stellen sie sich stets mit ihren Blicken.
Gummischläuche und Elektrokabel halten sie am Leben.
Trotzdem lächeln sie. Sie lächeln sehr wahrscheinlich deshalb,
da sie sich wieder einmal in ihrer Heimat befinden.
Sie sind ganz hier in ihrer Nähe geboren, Ladies and Gentlemen.
Kommen Sie herein, erleben sie die schlimme Laune der Natur
und das Wunder unserer heutigen Technik.
Roswitha dankt es ihnen. Mit ihrem Eintrittsgeld
können die vielen Notoperationen finanziert werden.
Und nun hereinspaziert, hereinspaziert.
Wir können nämlich nicht garantieren,
ob Roswitha morgen noch am Leben ist.
Halten Sie bitte 50 Schilling bereit,
und die Kasse ist ab sofort geöffnet !
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Es wurde nicht so schwer wie gedacht. Nach anfänglichem Lampenfieber ging es ganz flott von statten. Auch prägte sich der blödsinnige Text komischerweise schnell ein. Es ist halt gut , ein von der Roulette trainiertes Gehirn zu besitzen.

Die Vorstellungen dauerten ca. 30 Minuten. Dann ging es meinerseits weiter. 16 Mal am Tag sprach ich diesen Mist. Ein bißchen Zauberquatsch bekam das Publikum mit zu sehen. Es muss aber auch sehr schlecht gewesen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Zuschauer zwei Mal in die Vorstellung ging. Die verschiedenen Drohgebärden bekam ich nur am Rande mit, da diese beim Ausgang stattfanden, welcher aber gleichzeitig von zwei kräftigen Kerlen seitens der Schaubude bewacht war und diese das Schlimmste verhinderten.
Am dritten Tag warf mir irgend ein verärgerter Zuschauer oder Zuhörer ein Ei an den Kopf. Er hatte dieses mit Sicherheit in vollem Bewußtsein von zu Hause mitgebracht. Es tat nicht weh, aber mein schöner Anzug war hin.
Dies blieb der einzige gravierende Zwischenfall, außer daß mal die Kripo auftauchte und wegen Volksverdummung Bedenken zeigte.
10 Tage dauerte das Fest. Mein Auftritt war beendet und sie zogen weiter. Es gibt in Österreich anscheinend auch sehr viele Feste. Ihr Mann erfreute sich der Besserung, was ich teilweise bedauerte, jedoch das Schicksal kann man nicht wenden.

Ich blieb in Velden. Der Geldbeutel hatte sich unerwartet gut gefüllt. Irgendwie mußte ich meine Sache prima gemacht haben, auch wußte ich vorher nicht, daß Marktschreier so viel verdienen können.
Die Hotelrechnung wurde sofort beglichen. Neues Spielkapital stand zur Verfügung. Natürlich nur ein Bruchteil dessen, was ich verspielt hatte. Aber für eine Weile würde es reichen.

Vor allen Dingen reichte es für mein SEPPLHOSEN-PAROLI-SPIEL , welches mir in den bayerischen Spielbanken viel Glück brachte. Es ist ein unkompliziertes Spielchen mit enormen Gewinnmöglichkeiten. Höchstverlust hierbei 20 Stücke.

Wenn ich locker und leicht spielen und mich sogar beim Spiel erholen will, dann greife ich stets auf dieses selbstgemachte System zurück. Die Spielbank muss hierbei psychologisch gesehen mit dem Vorsatz betreten werden: heute verliere ich 20 Stücke, möchte aber Spaß haben. Ich möchte heute keine Anstrengung, sondern Entspannung. Mich interessiert heute mehr, wer in der Spielbank ist und was es sonst noch so gibt. Vielleicht sogar eine gute Unterhaltung und vielleicht gibt es nebenher auch noch was zu lachen, über den einen oder anderen Spielkomiker. Nebenbei spiele ich halt.

UND SO GEHT ES :

Das Spiel findet auf den Transversalen simples statt, wobei nur die ECHTEN Simples, also 1-6 , 7-12 , 13-18 , 19-24 , 25-30 und 31-36 gespielt werden.

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Es wird immer nur mit einem Stück gespielt. Mit diesem wiederum lediglich 1 Paroli durchgezogen. Im Gewinnfalle ergeben sich somit gleich 36 Stücke. Ich spiele grundsätzlich bis zum Totalverlust von 20 Stücken. Gewinne ich, ergänze ich das Spielkapital wieder auf 20 Stücke. Verliere ich diese, ist Schluß. Egal wieviel Stücke sich in der rechten Hosentasche als Plus erweisen.

Also, links in die Hosentasche 20 Stücke, rechts den Gewinn.

Erscheint die erste Simple (1-6), setze ich auf die zweite (7-12). Gewinne ich, lege ich die 6 Jetons (Einsatz plus Gewinn) auf die dritte Simple (13-18). Im Gewinnfalle ergeben sich 36 Stücke und der Tag kann nicht mehr groß mit Verlust enden, da bei 20 Stücken Verlust das Spiel vorbei ist.
Die vierte, fünfte und sechste Simple spielt man ebenso. Erscheint die letzte Simple (31-36), setze ich auf die erste (1-6) wobei der Kreislauf wieder beginnt.
Sobald also der Schritt 1-2-3 erscheint, ist das Paroli perfekt, wobei erst beim 2. Schritt gesetzt wird.

Ich gewann an diesem ersten Spieltag gleich 223 Stücke. Man kann ja nicht immer nur Pech haben. Dieser Umstand begeisterte mich selber so, daß ich mir ernstere Gedanken um dieses Freizeitspielchen machte. Denn sogar bei Plein-Spielen ist ein Gewinn von 223 Stücken die hohe Stufe des Könnens oder des Glückes. Allerdings benötigt der Plein-Spieler Minimum 150 Stücke Tischkapital, um wenigstens einigermaßen auf der sicheren Seite sein zu können.

Mit diesem Simple-Spiel setze ich lediglich beim Angriff ein einziges Stück. Irgendwie sogar vergleichbar mit der These von Marigny de Grilleau: EIN STÜCK PRO ANGRIFF. Was das bessere Spielsystem ist, stelle ich auch noch in Frage, da in meinen Augen die Vorgehensweise des Rouletteforschers eher Theorie als Praxis war. Einen riesigen Ecart abzuwarten, wie es der Rouletteprophet verlangt, ist nicht der meisten Sache, geschweige denn für den Einzelnen in der Praxis und auf Dauer durchführbar. Hinzu kommt, daß jeder Wurf ein Einzelwurf bleibt.
Die meisten saueren Mienen kenne ich von den Spielern, die Einfache Chancen spielen. Über 10 Jahre befasste ich mich selbst damit, um zu der Erkenntnis zu gelangen, die einfachen Chancen lediglich am Rande mitzuspielen, wenn zufälligerweise eine klare Tendenz vorherrscht oder sich erkennen läßt. Ansonsten sind sie für mich erledigt - Zerovorteil hin oder her.

Nun weiter zu meinem recht ordentlichen Glücksspiel.
In Kombination zu verschiedenen anderen Systemen war mir klar, daß auch hier ein gewisser Ecart vorkommen wird. Glückt es beispielsweise die wiederkehrende positive Tendenz zu erwischen, sahnt der Spieler an diesem Tag so viel ab, wie in wenigen anderen Spielen.
Den höchsten Ecart errechnete ich bei ca. 200 Stücken minus. Es ist nicht auszuschließen, daß noch höhere Werte wahrscheinlich sind. Bei der vorherrschenden Möglichkeit sich die Permanenzen des Vortages ausdrucken zu lassen und sie innerhalb ca. einer Stunde auswerten zu können, manuell vor Ort, rate ich Interessenten eine Tischtendenz auf Grund der Ergebnisse des Vortages vorzunehmen. Das Spiel ist so einfach, aber effektiv und praxisgerecht um es sogar am Quicktable leicht spielen zu können.

Ich persönlich bleibe bei der ursprünglich eingeführten Spielfreude mit diesem Spiel, mache nicht lang herum und unterhalte mich am Sepplhosen-Paroli-Spieltag mit anderen, genieße die Spielbankatmosphäre, und denke nicht viel. Spiel muß Spiel bleiben. Kein Mensch kann errechnen, wo als nächstes die Kugel hinfällt. Alles bleibt Zufall.

Es gibt kein vollendetes System, geschweige denn das unfehlbare. Es gibt auch kein schlechtes System. Gäbe es wirklich ein System, das ausschliesslich verliert, wäre gleichfalls das unfehlbare System geboren, denn man müßte lediglich das Gegenteil des schlechten Spieles spielen, und schon wäre man ständiger Sieger.
Denken Sie daran, wenn Sie spielen !

Übrigens verlor vor vielen Jahren in der Spielbank Velden der deutsche Thomas Westerburg ausgerechnet bei seiner Demonstration vor laufenden Kameras. Er pries sein System, die sogenannte "Pater Noster-Überlagerung", als unverlierbar an. Ein wunderschönes Buch wie viele Fans sich äußerten, sogar in Leder gebunden! Aber auch ein in Leder gebundenes System schützt nicht vor Niederlagen. Systeme, die hoch angepriesen werden sind genau so viel wert wie das billigste. Da führt leider kein Weg vorbei.
Letztendlich bleibt der einzelne Tag entscheidend und die Spürnase, welches System am Spieltag bevorzugt wird.

Paroli-Spiele sind noch am ehesten geeignet den Kasinos Geld abzunehmen. Sie sind teilweise sogar gefürchtet, da die Spielbank ab dem ersten Treffer des Spielers gegen ihr eigenes Geld spielen muss. Der mutige Parolispieler wird selten ernsthaft viel verlieren, da er stets versucht mit einem Stück zum Erfolg zu kommen. Er kann aber an manchen Tagen so viel gewinnen, daß er einen erheblichen Überschuß am Monatsende hat.
Das Parolispiel ist aber nicht jedermanns Sache und erfordert größte Disziplin und eiserne Nerven. Auch wenn der JETONTURM noch so hoch ist, der Satz muß liegen bleiben, oder in dieser Höhe auf die andere Aktion gelegt werden. Diese Konsequenz erbringt den Erfolg, bei Grundeinsatz von einem Stück.

Denken Sie daran, wenn Sie die Spielbank betreten: WIESO NICHT MAL PAROLI !

NOTE: Charly Grukk ist Musiker , Komponist und Musikproduzent.
Exklusiv berichtet und geschrieben für das CASINO-Magazin.
Copyright für alle Belange.

CASINO-Magazin 15.11.2000

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