08 -2000
PROFILE .

Absolut besehen - also mathematisch - gibt es beim Roulette nichts zu gewinnen. Mit minus 1,35 % Gewinnerwartung auf Einfachen Chancen, respektive 2,7 % beim Spiel auf die Höheren Chancen ergibt sich für den Spieler auf Dauer ein negativer Ertrag. Das Ergebnis solcher Betrachtung ist sachlich richtig, die Betrachtungsweise selbst aber für das "Mensch sein" wenig geeignet. Die letzte Wahrheit möge uns also verborgen bleiben, wenn nicht - wir könnten sie nicht gebrauchen.
Die absolute Sicht der Dinge kann hilfreich sein für eine übergeordnete Einschätzung, im konkreten Fall und in der ausschließlichen Anwendung muß sie jedoch nicht zutreffen. Lebenswert ist sie ohnehin nicht, zumal schöpferisches Potential wie Fantasie, Kreativität und Tatkraft kategorisch ausgegrenzt werden. Neue Erfahrung, Erkenntnis wird nicht möglich.
Intuitive Handlungsmuster oder unstrukturierte Erfahrungen genügen aber ebenso wenig und weisen - gerade auch beim Roulette - keine Perspektive.
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Weniger absolut besehen und - bezogen auf die konkrete Situation - ergeben sich für den Spieler aber durchaus Möglichkeiten.
Sieht man zum Beispiel den SCHWARZ / ROT- LAUF einer Permanenz nicht nur als lineare Abfolge sondern als Diagramm, das auch die Häufigkeit der Chancen mit aufzeigt, lässt sich wesentliches erkennen.

In ABBILDUNG A haben wir die Permanenz der Spielbank WIESBADEN vom 9.10.1999 in einer solchen Form aufgezeichnet. Am Bildrand links befindet sich die gewohnte Darstellung von Schwarz / Rot als vertikale Leiste. Dieser zugeordnet erfolgt der Eintrag von Häufigkeit, wobei der 1. Coup den Nullpunkt der Achse festlegt. Um eine verwertbare Darstellung gleichermaßen für Schwarz und Rot zu erhalten, verwenden wir das Schema des Balkendiagramms. Bei ROT addieren wir einen Bildpunkt nach rechts, bei SCHWARZ verkürzen wir um einen Bildpunkt nach links. Bei Zero erfolgt kein Eintrag und es ensteht eine Leerzeile.
Verfahren wir so mit der gesamten Permanenz, so ergibt sich ein Profil (in der Abbildung grün), welches nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Differenz von Schwarz und Rot ( Absoluter Ecart ) in jedem einzelnen Coup und von Spielbeginn an aufzeigt.

Der Wiesbadener Permanenz entnehmen wir einen schönen ROT-Lauf mit einer maximalen Abweichung von plus 40. Mit einem Überhang von 31 Rot endet das Spiel im 299. Coup. Ein Spieler, der an diesem Tag von Anfang bis Ende ein Stück auf Rot gespielt hat, konnte sich (bei einem Stück Zeroverlust) über 30 Stücke Gewinn freuen.
Für die weit verbreitete Fraktion der AUSGLEICHS-Spieler, die nahezu zwanghaft immer den Gegenlauf spielen, war es sicherlich ein "schwarzer Tag".

In ABBILDUNG B kennzeichnen die grau markierten Bereiche die größeren Spielstrecken, in denen bei Spiel auf SCHWARZ gerade noch ausgeglichen werden kann. Liegt der Spielbeginn innerhalb dieser Bereiche, wird gewonnen, liegt er außerhalb, führt das Spiel ins Minus. Zu keinem Zeitpunkt des Spiels erfolgte ein Ausgleich zur NULL-Linie.

Leichtes Spiel hatten hingegen die TENDENZ-Spieler. Schon die einfachste Methode - das ausschließliche Spiel auf Rot - erbrachte einen Überschuß. Für den gewieften Trendspielers wird der Ertrag um ein Vielfaches größer gewesen sein.

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Betrachten wir das Profil der Permanenz weniger nach spieltechnischen Aspekten sondern etwas allgemeiner, so ist die Darstellung einem Landschaftsprofil nicht unähnlich: Wir erkennen Berge uund Täler (die Einschnitte durch Zero interpretieren wir als abgründige Schluchten). Es zeigt sich also eine Topografie, der vielleicht nur noch ein Lichtblick fehlt.
Egal welche Permanenz für eine solche Darstellung verwendet wird, das Profil des Spielverlaufs ist wesentlich immer gleich. Wir erkennen: das Roulette kann und darf gar nichts anderes erzeugen !

Sicherlich, das Profil wird in seiner Ausformung mal höher oder flacher sein, auch die vertikale Frequenz kann verschoben sein. Beginnt man zum Beispiel mit der Aufzeichnung beim 40. Coup, verändert sich nur die Position der NULL-Linie, der Kurvenverlauf selbst bleibt unverändert.

Bislang viel zu wenig beachtet ist auch die Tatsache, dass Trends in der Regel andauernd sind. Gerade unerfahre Spieler - die naturgemäß auf Ausgleich spielen - wird dies oft zum Verhängnis.

In ABBILDUNG C kennzeichnen die Positionen 1 - 4 die Schwerpunkte des Trends. Lage und Intensität sind vielleicht ein Hinweis, dass der Trend weiterhin anhält. Bemerkenswert ist auch, daß sich die einzelnen ROT-Läufe nahezu über eine ganze Rotation (37 Coups) erstrecken und die Ausgleichstendenz von SCHWARZ verhalten ist.

Gelingt es dem Spieler im Casino den Trend zu erfassen, und - ebenso wichtig, auch zu spielen - kann er nur erfolgreich sein !

CASINO-Magazin 01.09.2000

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