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05 -2000
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VOM SPIELEN .
Ohne erkennbaren Grund, der Herr im dunkelblauen Sakko, rotstreifiger Krawatte und heller Hose erweckte leise Aufmerksamkeit. Es ist kurz nach Mitternacht mit nachtschwarzem Blick zum See. Durch die verglaste Fassade sommerliches Blinken dort oben, irgendwelcher Sterne. Hinzu der gleichmäßige Lauf der Kugel, ihr Klackern, unaufgeregtes Reden und Ansagen der Croupiers. Das Spiel am Tisch 2 läuft wie milde Unendlichkeit. Der Herr spielte die Avant-derniére, also das Nachsetzen auf den vorletzten Coup; beim fünften Coup bricht er ab, und führt das Spiel auf Schwarz fort. Diese Inkonsequenz beendet zwar sein Spiel mit dem Verlust des fünften Stückes, ist aber nicht die eigentliche Ursache des Desasters. Das Spiel entscheidende Verhängnis findet sich - wie so oft - im Vorfeld des Spiels, und kann viele Gründe haben. SPIELKAPITAL : Die meisten Spieler machen sich über diesen grundlegenden Aspekt so gut wie keine Gedanken: man hat das Geld zum Spiel, woher auch immer !? GRÖßE und ANZAHL der STÜCKE richten sich dagegen nach der Spielmethode. Egal ob Einfache oder Höhere Chancen, der Spieler kommt nicht umhin, den Stückebedarf seiner Spielmethode zu ermitteln. Durch Überprüfung seines Systems mittels Permanenzen und theoretischer Modelle finden sich Richtwerte für das praktische Spiel. Ein gut vorbereiteter Spieler weiß also schon vorher, wie das Spiel im ungünstigsten Falle verläuft. Doch damit nicht genug, auch für den Gewinnfall kennt er die Grenzwerte und kann somit KALKULIERT spielen. Der Herr von Tisch 2 war sich seiner Sache nicht sicher, sein Spiel war nicht kalkuliert; auch seine flotte Geste konnte darüber nicht hinwegtäuschen. Mit fünf Stücken die Avant-derniére zu spielen ist ein kühnes Unterfangen. Möglicherweise war ihm das sogar bewußt, er hat es trotzdem riskiert - AUF GUT GLÜCK - aber warum ? Diese Begebenheit aus dem "Casino am See" liegt nun zwanzig Jahre zurück und ist, wenn auch nicht in dieser Form so doch dem Wesen nach, immer wieder zu beobachten: Der Durchschnittsspieler spielt UNVERHÄLTNISMÄßIG und folglich mit zu HOHEM RISIKO ! SPIELSYSTEME oder SPIELMETHODEN scheinen für den Spieler eine unverzichtbare Hilfe. Leider taugen die meisten davon überhaupt nichts, und wenn, dann eben nur zur Hälfte. Im nachfolgenden Beispiel, die Permanenz stellte uns freundlicherweise die Spielbank WIESBADEN zur Verfügung, wird dieser Sachverhalt deutlich. Im Beispiel A haben wir die Avant-derniére im Gleichsatz gespielt und beenden das Spiel nach dem 28. Coup mit einem negativen Ertrag. Spielen wir die gleiche Permanenz nach der SIMPLE TREND - Methode , so erhalten wir in Beispiel B ein recht ansehnliches Ergebnis. |
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Die Avant-derniére ist ein Klassiker und steht für das eigentliche Tendenzspiel. Mit dem Nachspielen auf den vorletzten Coup, werden sowohl alle größeren Serien als auch Intermittenzen nach dem zweiten Coup erfasst. Glatte Zweier-Serien oder mit Zweier-Serien durchsetzte Morse-Tendenzen fordern allerdings ihren Tribut - das Spiel wird nervös und ineffizient.
SIMPLE TREND ist das Spiel für die Pro-Serientendenz, aber auch hier wird es problematisch, wenn gehäuft glatte Dreier-Serien auftreten. Jedes starre System hat unabdingbar Schwächen und Stärken, je nach Laune des Zufalls. Das überlegene System im klassischen Sinne ist daher nur zeitweise möglich. Die Methode : das Spiel mit Kalkül im GEWINN ZU BEENDEN , ist hingegen zeitlos und die beste Alternative. CASINO-Magazin 15.05.2000 |
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